Chiropraktik hat ihre Wurzeln im alten China und Ägypten. Im Jahre 1895 wurde sie von D.D. Palmer, in den USA, wiederentdeckt und sein Sohn B.J. Palmer entwickelte das System der amerikanischen Chiropraktik.
Im Mittelpunkt der chiropraktischen Praxis steht das Nervensystem als wichtigster Kontroll- und Steuermechanismus unseres Körpers. Von unserem Gehirn aus verlaufen die Nervenbahnen innerhalb der Wirbelsäule im Rückenmark, weiter zu unseren Organen, Knochen, Gelenken und Muskeln, um das Zusammenspiel unseres Körpers zu koordinieren und zu kontrollieren.
Bedingt durch unsere unnatürliche Lebensweise (z.B. Computerarbeit, falsches Sitzen und Stehen oder zu wenig ausgewogene Bewegung), durch Unfälle oder aber auch schon durch ein Geburtstrauma, kann es in der Wirbelsäule zu Fehlstellungen kommen.
Die Kontrolle und die Koordination jeder unserer Körperfunktionen obliegt dem Nervensystem. Es erlaubt uns, dass wir uns notwen-digerweise an unsere Umwelt anpassen und darin leben können. Es ist das wichtigste Organ in unserem Körper, denn ein Orchester kann ohne den Dirigenten nicht richtig zusammenspielen.
Das Nervensystem läuft vom unserem Gehirn über das Rückenmark und zweigt dann auf verschiedenen Ebenen in die Wirbelsäulennerven ab. Diese treten zwischen den Wirbelkörpern aus und laufen dann zu bestimmten Organen und steuern das Zusammenspiel jeder Zelle unseres Körpers.Damit dieses komplexe System reibungslos funktioniert und der Mensch gesund sein kann, ist es notwendig, dass unser Nervensystem einwandfrei funktioniert. An jeder Stelle, an der die Wirbelsäulennerven austreten, kann es zu einer Nervenblockade (Subluxation) kommen, die die Funktionsfähigkeit des Nervensystems mindert. Das kann die Funktion aller Organe stören und letztlich unsere Gesundheit nachteilig beeinflussen.
Das Nervensystem ist ein „Telekommunikationsnetzwerk“ das bilateral funktioniert. Das Gehirn, als Dirigent unseres Körpers, schickt seine Anweisungen über die „Telefonleitung“ Nervensystem an die Organe. Erfolgs- oder Zustandsmeldungen werden in die andere Richtung über dieses System an das Gehirn geschickt. Diese Meldungen bilden die Grundlage für die überlebenswichtigen Entscheidungen unseres Gehirns. Nur wenn das System funktioniert, kann der Mensch gesund sein und sein Wohlbefinden geniessen.
Wenn dieses System durch eine oder mehrere Nervenblockaden (Subluxation) gestört ist, können die Informationen nicht richtig fliessen. Das ist zu vergleichen mit einem Gartenschlauch durch den Wasser fliesst. Wenn ein grosser Stein auf dem Schlauch liegt, kommt am Ende weniger Wasser raus (schlimmstenfalls gar keins mehr). Wenn der Stein vom Schlauch genommen wird, fliesst wieder mehr Wasser und der Garten kann wieder zu einem bunten Leben erwachen.
Für unseren Körper bedeutet das, wenn Subluxationen den Fluss behindern, kommen die Anweisungen vom Gehirn und die Meldungen der Organe zu langsam, unverständlich oder gar nicht an. So entsteht in unserem Körper ein Ungleichgewicht das sich körperlich und/oder seelisch äussern kann.
Was ist eine Subluxation?
Subluxation (Nervenblockade durch Wirbelfehlstellung) bedeutet, dass sich ein oder mehrere Wirbelkörper aus ihrer normalen Position geschoben haben und die Austrittsstelle der Wirbelsäulennerven verkleinern. So entsteht ein Druck auf den Wirbelsäulennerv, der wie- derum zu einer Reizung führt, wobei die Austrittsstelle (Foramen intervertebralis) zusätzlich ein wenig anschwillt. Dieses Zusammenspiel führt dazu, dass das „Telekommunikationsnetzwerk“ gestört ist und die Signale die über dieses System transportiert werden, nicht zu 100% an ihrem Bestimmungsort ankommen.
Wissenschaftliche Erkenntnisse besagen, dass schon ein geringer Druck auf den Nerv ausreicht, um die Nervenfunktion zu stören. Jedoch wird nicht nur die Nervenfunktion durch Subluxationen gestört, sondern auch das muskuläre System. Die Wirbelkörper sind mit vielen kleinen Muskeln (autochtone Muskulatur) verbunden, die ihrerseits von Nerven versorgt werden. Da die autochtone Muskulatur die Wirbelkörper in ihrer Position hält, wird bei einer Subluxation auch die Muskulatur negativ beeinflusst. Wenn diese Fehlstellung über einen längeren Zeitraum besteht, passt sich die Muskulatur dem Fehlstellungskomplex an und beeinflusst diesen wiederum.
Dies führt im Laufe der Zeit zu grossflächigen Verspannungen, da jeder Muskel mindestens einen Gegenspieler (Antagonisten) hat, der die Gegenbewegung ausführt. Ist ein Muskel verspannt, betrifft das auch seine Antagonisten. Diese wiederum können mit anderen Wirbeln oder Knochen verbunden sein. Wenn die Subluxation schwerwiegend ist, kann sich das Problem so über den ganzen Körper ausbreiten.
Somit ist auch verständlich, dass die Ursache für ein Symptom nicht an der Stelle sitzen muss, an der sich das Symptom befindet. So kann die Ursache für Kopfschmerzen durchaus in der unteren Lendenwirbelsäule zu finden sein.
Auch die Bänder und Sehnen, die die Wirbel, die Knochen und die Muskulatur miteinander verbinden, werden durch diese Wirbelfehlstellung in Mitleidenschaft gezogen.
Jedoch sind nicht nur die Muskeln, Sehnen und Bänder betroffen, sondern ist auch das weiche Gewebe um die Subluxation und die Verspannungen herum betroffen. Durch schlechte Versorgung durch die Nerven und schlechte Durchblutung, die zu einem Sauerstoffmangel führt, übersäuert das Gewebe und verändert über diese chemische Reaktion seine Struktur.
Unser Körper besteht unter anderem aus Eiweiss. Genau wie Milch. Sicherlich erinnern Sie sich noch an Ihre Schulzeit wo der Lehrer in ein Glas Milch Zitronensaft (-säure) gekippt hat. Was ist passiert? Das Eiweiss ist ausgeflockt und es haben sich hässliche Eiweissklumpen gebildet. Selbiges geschieht mit dem Eiweiss unseres Körpers, wenn das Gewebe zu stark übersäuert.
So zeigt sich, dass Subluxationen nicht nur lokal Symptome (Schmerzen, Bewegungseinschränkung und eine Verminderung der Lebensqualität) erzeugen können, sondern den kompletten Körper negativ beein- flussen.
Akute Schmerzen, die durch Subluxationen hervorgerufen werden können, können einen Menschen erheblich in seinem Leben beeinträchtigen, aber langanhaltende, chronische Schmerzen können zu der sogenannten Schmerzkrankheit führen, die mit echten Persönlichkeitsveränderungen einher gehen kann. So kann ein auf der körperlichen Ebene ausgelöster Schmerz einen Menschen nachhaltig psychisch verändern. Somit wird nicht nur das mit dem Nerv verbundene Organ geschädigt, sondern der Mensch als Ganzes ist betroffen. Dies ist insbesondere der Fall, wenn das zentrake Achsorgan, die Wirbelsäule, betroffen ist. Es ist als ganz wesentlich, den Patienten als Ganzes zu betrachten und in seiner Ganzheit zu behandeln.
Zum Glück ist unser Körper für uns der beste Arzt. Unser Körper ist dazu geschaffen sich selbst zu heilen. Das glauben Sie nicht? Wenn Sie sich in den Finger schneiden und ein Pflaster draufkleben, wer heilt dann den Schnitt? Das Pflaster oder unser Körper? Richtig!
Seit über 100 Jahren kennt die Chiropraktik die Gefahren die von Subluxationen ausgehen. Diese werden mittlerweile wissenschaftlich bestätigt. Auch bestätigt wird die verbesserte Gesundheit, die sich durch die Korrektur der Subluxation einstellt. Nur ein 100%ig funktionierendes Nervensystem kann den bestmöglichen Gesundheitszustand wieder herstellen.
Es ist ein unbestrittene wissenschaftliche Tatsache, dass das Nervensystem der wichtigste Kontrollmechanismus unseres Körpers ist und er steht, mit der Wirbelsäule zusammen, im Mittelpunkt des chiropraktischen Fokus.
